Universitätsorchester
Das
Waseda Symphony Orchestra Tokyo wurde 1913 als Universitätsorchester
der zweitgrößten Universität Japans gegründet. Es besteht aus
etwa 380 Orchestermitgliedern, die an unterschiedlichen Fakultäten
der Waseda-Universität etwa Juss, Wirtschaft, Philosophie,
Literatur, Rechtswissenschaften oder Naturwissenschaften studieren.
Diese jungen Menschen verbindet nicht nur das Studium an einer der
ältesten und renommierten Privatuniversitäten Japans, sondern vor
allem die Liebe zur Musik. Das Orchester zählt zu den international
besten Jugendorchestern der Welt. Es ist ein Amateurorchester, das seit Jahrzehnten auf allerhöchsten Niveau spielt. Der 1935 in Tokyo geborene Dirigent Masahiko Tanaka ist die Seele dieses Orchesters. Er kennt es bereits aus der eigenen Studienzeit an der Waseda-Universität. Seit Jahrzehnten begleitet Tanaka die intensive Probenarbeit der jungen Musiker und Musikerinnen, die überdurchschnittliche Kenntnisse im Spiel der jeweiligen Instrumente haben. Ihre Begeisterung und Freude am gemeinsamen Spiel wirkt bei
jedem Konzert ansteckend. Das Waseda Symphony Orchestra Tokyo unternahm
bisher 13 internationale Tourneen mit über 162 Konzerten. Masahiko Tanaka ist Ehrenpräsident auf Ewigkeit des Waseda Symphnoy Orchestras Tokyo.
| Programmhefte aus dem Karajan Archiv Foto: Elisabeth Rath |
Herbert
von Karajan
Wenn
das Orchester dieser Tage von 20. Februar bis 15. März 2015
anläßlich der 14. internationalen Tournee durch Europa reist und
auch in Salzburg wieder im Großen Festspielhaus gastiert, dann
geschieht dies mit höchstem Ehrgefühl für Herbert von Karajan, der
dem Orchester in langjähriger Freundschaft verbunden war.
Das
Waseda Symphony Orchestra Tokyo war 1978 von der Herbert von Karajan
Stiftung in Berlin eingeladen worden, an der 5. Internationalen
Begegnung für Jugendorchester teilzunehmen. Von 15. bis 25.
September 1978 fand dieser Wettbewerb in Berlin statt, bei dem das
Waseda Symphony Orchestra Tokyo unter seinem damaligen Dirigenten
Shigenobu Yamaoka die Goldmedaille gewonnen hat. Am Programm standen
Strawinskys „Le Sacre du Printemps“, Giuseppe Verdis Ouvertüre
zu „Die Macht des Schicksals“ und zwei Stücke zeitgenössischer
japanischer Komponisten: Maki Ishii, „Kyo-So“ für
Schlagzeuggruppen und großes Orchester und Yuzo Toyama „Rhapsodie
für Orchester“.
Mit
diesem großen Erfolg 1978 erlangte das Orchester, Anerkennung in
Form von Einladungen zu internationalen Gastspielen in die ganze
Welt. Am Pult standen berühmte Dirigenten wie Seiji Ozawa, Lenard
Slatkin, Giuseppe Sinopoli und viele andere. Rudolf Weinsheimer, der ehemalige Cellist der Berliner Philharmoniker, der heute Ehrenpräsident des Orchesters ist, hat 14 Tourneen des Orchesters geplant und durchgeführt. Simon Rattle hat mit dem Orchester wie schon Herbert von Karajan aus Freundschaft eine Probe dirigiert und damit die langjährigen Beziehungen mit
den Berliner Philharmonikern bis heute gefestigt. Als Besonderheit 2015
muß die Liveübertragung des Konzerts im Internet aus der Berliner
Philharmonie über die Digital-Concert-Hall am 8. März 2015 um 11.00
Uhr genannt werden. Diesen Termin sollte man nicht versäumen. Der
Eintritt ist frei!
Richard
Strauss und Taiko-Trommler
Die
Orchesterwerke von Richard Strauss bilden traditioneller Weise einen
bedeutenden Schwerpunkt bei der Programmauswahl. Mit der sinfonischen
Dichtung ‚Also sprach Zarathustra‘ und mit ‚Don Juan‘ schließt
das Programm der heurigen Tournee des Waseda Symphony Orchestras
Tokyo an das der letzten Europa-Tournee 2012 an, die mit ‚Ein
Heldenleben‘ und ‚Eine Alpensinfonie‘ ebenfalls Richard Strauss
ins Zentrum rückte.
In
‚Also sprach Zarathustra‘ gibt es eine musikalische Grundidee.
Das ist das anschwellende Motiv einer Trompete, die dunkel untermalt
wird von Kontrabass, großer Trommel, Fagott und Orgel. Am Ende
triumphiert die Ewigkeit der Natur über die Flüchtigkeit des
Menschen. Also sprach Zarathustra ist eines der monumentalsten und
beeindruckendsten Orchesterwerke unseres Jahrhunderts. Besondere
Berühmtheit erlangte es durch das Trompetenmotiv am Anfang, das für
den Film ‚Odyssee im Weltraum‘ von Stanley Kubrick verwendet
wurde. Mit der Aufführung von Mono-Prism für japanische Trommeln
und Orchester von Maki Ishii mit den berühmten traditionellen
japanischen ‚Taiko- Trommeln‘ schließt sich auch heuer wieder
ein eindrucksvoller Bogen zwischen der Musik aus dem europäischer
und dem asiatischen Raum.
Der
Salzburger Konzertveranstalter ist die Salzburger Kulturvereinigung.
Das Konzert findet im Großen Festspielhaus am 28. 2. 2015 um 19.30
Uhr statt.
Programm
Richard
STRAUSS
„Also
sprach Zarathustra“, op. 30 (1896)
„Don
Juan“, op. 20 (1880)
„Salomes
Tanz“, (1905)
ISHII,
Maki
„Mono-Prism“
für japanische Trommeln und Orchester (1976)
Dirigent:
Kazufumi
YAMASHITA
Solisten:
Eitetsu
HAYASHI, Taiko-Trommel.
Kazuhiro
MIZUIDE, Posaune.